01/01/70

36 Jahre Veteranenbund des TV Thun

Die Geschichte des Veteranenbundes beginnt eigentlich nicht vor 36, sondern vor 76 Jahren, nämlich mit der Gründung des TV Thun nach dem Zusammenschluss der Turnvereine Stadt, Bürger und Kaufleute zum Turnverein Thun im Jahre 1931. Damals übernahm der TV Thun alle Ehrenmitglieder der Vorgängervereine. Diese kannten sich kaum und kamen bis ins Jahr 1961 nur zweimal zu einem Treffen zusammen. Hans Schlatter, im Jahre 1961 Präsident des TV Thun, organisierte damals ein drittes Treffen mit dem Ziel: Gründung einer EM-Gilde TV Thun. Die Herkunft der damaligen 51 EM präsentierte sich wie folgt:

  • Stadt 13: Walter Althaus, Armin Bögli, Bruno Campiotti, Eugen Fischer,    Ernst Hurni, Hans Ingold, Paul Küffer, Walter Künzi, Emil Sauser, Hans    Streuli, Walter Weber, Rudolf Wenger, F. Wenger.
  • Bürger 12: Adolf Bucher, Jules Bütler, Joseph Haas, Eduard Huwyler,   Rudolf Küffer, Werner Oesch, Paul Schutz, Adolf Straubhaar, Fritz    Straubhaar, Walter     Straubhaar, Jakob Trottmann, Wenger Fritz.
  • Kaufleute 12: E. Brauchli, A. Haltmeier, Emil Hollenweger, Oskar Jucker,    Eduard Kuster, Fritz Roth, Hans Schneider, Paul Schneider, Louis Sommer,    H.     Wiedmer, Heinrich Wuhrmann, Ernst Zürcher.
  • TV Thun 14 EM, die seit der Fusion im Jahre 1931 ernannt worden waren: Otto Ammann, Fritz Fankhauser, Hans Hofmann, Alfred Küenzi, Eduard    Lüthi, Hans Mühlethaler, Louis Pichler, Kaspar Rhyner, Walter Ruf, Hans Schlatter, Otto Schöni, Erich Tschabold, Ernst Walther, Otto Zellweger.

Die Gründung der Ehrenmitgliedergilde gelang. Da in der Folge, wegen Überalterung, die Zusammenkünfte schlecht besucht wurden, kam die Idee auf, alle Turner ab dem 45sten Alterjahr, zusammen mit den Ehrenmitgliedern, in einem Veteranenbund zusammen zu schliessen. Im Gründungskomitee wurde intensiv über die Namensgebung debattiert. Zwei Vorschläge standen zur Diskussion: entweder "Ehrenmitglieder- und Veteranenbund des TV Thun" oder ganz einfach "Veteranenbund des TV Thun". Auf Antrag von Bruno Campiotti einigte man sich auf "Veteranenbund des TV Thun". Die Ehrenmitglieder wollten nicht besser gestellt sein als die Veteranen, sie verzichteten künftig auf separate Zusammenkünfte. Die EM wollten sich ja nicht wieder ausscheren und sich selber konkurrenzieren.

Am 20. November 1971 fand die Gründungsversammlung statt. EM Hans Schlatter, als Obmannn der EM-Gilde, eröffnete die Versammlung. Er konnte 49 Ehren-, Frei- und Passivmitglieder begrüssen. Danach hielt er Rückblick auf die 10jährige Tätigkeit der EM-Gilde.

Anschliessend orientierte EM Bruno Campiotti, auf dessen Initiative hin die Vorbereitungen zur Gründung des Veteranenbundes getroffen worden waren, über Zweck und Ziel des zu gründenden Bundes.
Diese wurden wie folgt definiert:

  • Stärkung der Zusammengehörigkeit der älteren Thuner Turner, Pflege der Gemütlichkeit und wahrer Turnerkameradschaft;
  • Erfüllung von Ehrenpflichten in Freud und Leid unter den Mitgliedern;
  • moralische und finanzielle Unterstützung des TVT;
  • Zusammenkunft der Veteranen alljährlich zu einer frohen kamerad-schaftlichen Tagung.

Zusätzlich wurden weitere Postulate entgegengenommen:

  • Der Veteranenbund ist keine Untersektion des Hauptvereins, er hat keine Statuten;
  • die Tätigkeit des Veteranenbundes soll diejenigen der Männerturner und der Männerriegen nicht konkurrenzieren;
  • jedes Jahr soll eine halbtägige Tagung durchgeführt werden zwecks Pflege der Kameradschaft, eventuell mit gemeinsamem, einfachem Nachtessen;
  • am Vormittag der Tagung soll das Grab des zuletzt verstorbenen Mitgliedes mit    einem Blumenstrauss geschmückt werden;
  • Ehrung der Geburtstagskinder;
  • bei Todesfällen gemeinsames Vorgehen mit dem Stammverein;
  • freie Zusammenkünfte und Spaziergänge der Pensionierten;
  • die Mitglieder sind im Prinzip beitragsfrei; um das vorgezeichnete Ziel zu erreichen, ist ein Fonds anzulegen, der alljährlich durch einzukassierende freiwillige Beiträge und durch Spenden gespiesen wird.

Der Name "Veteranenbund des TV Thun" setzte sich bei der Abstimmung gegen alle anderen vorgeschlagenen Bezeichnungen durch.

Darauf wurde die erste Obmannschaft gewählt: 

  • Obmann: EM Hans Mühlethaler, TVT
  • Vizeobmann: FM Willi Seiter, TVT
  • Sekretär: EM Hans Hofmann, TVT
  • Kassier: FM Rudolf Berger, TVT
  • Beisitzer:
    EM Bruno Campiotti, Stadt
    EM Joseph Haas, Bürger
    EM Louis Sommer, Kaufleute
    EM Hans Schlatter, TVT      

Bei den Beisitzern wurden also auch nach 40 Jahren, noch alle ehemaligen Vorgängervereine berücksichtigt.

Der damaligen EM-Gilde gehörten unsere fünf heutigen Mitglieder an: Kaspar Rhyner, EM seit  1956, Hans Schlatter, EM seit 1959, Alfred Küenzi, EM seit 1960, Werner Bühler, EM seit 1963 und Werner Fivian, EM seit 1969.

Die oben erwähnten Postulate wurden in der ersten Obmannschaftssitzung vom 20. Dezember 1971 behandelt, und z.T., laut Protokoll, wie folgt ergänzt oder abgeändert: 

  1. Echo auf die Gründungsversammlung: Es wurden weder positive noch negative Äusserungen laut.
  2. Allgemeine Aufgaben des Veteranenbundes: Am Vormittag der jährlichen Tagung sollen die Gräber der seit der letzten Tagung verstorbenen Mitglieder mit Blumen geschmückt werden; die Geburtstagskinder werden bei Erreichen des 50. Altersjahres mit einer Glückwunschkarte und ab dem 60. Altersjahr alle fünf Jahre mit einem geeigneten Geschenk geehrt. Ferner werden sie gleichzeitig im "Thuner Turner" erwähnt; Bei Todesfällen: Jedem verstorbenen Veteran, ungeachtet der Mitglieder-        kategorie, ein Grabgebinde mit Schleife. Text: "Letzter Gruß -     Veteranenbund des TV Thun", ferner eine kleinformatige Todesanzeige im"Thuner Tagblatt". Hans Hofmann wird beauftragt, den Text für die Todesanzeige zu fixieren.
  3. Stammbuch und Kartothek: Louis Sommer ist für den Entwurf und den Druck der Karteikarten verantwortlich. Ferner erstellt er einen Auszug über die eingeladenen, aber nicht gemeldeten Veteranen.
  4. Spezialkommission: Ab 1.1.1972 delegiert die Obmannschaft folgende Mitglieder in die Spezialkommission: Hans Mühlethaler, Hans Hofmann, Louis Sommer und Joseph Haas.       
  5. Mutationen: Anhand der Mitgliederkartei des Stammvereins sind alljährlich die das 45. Altersjahr erreichenden Thuner Turner zu eruieren und zum Beitritt in den Veteranenbund aufzufordern; Turner, die zu EM ernannt werden, gehören automatisch dem Veteranenbund an.
  6. Finanzielles: Das Vermögen der EM-Gilde im Betrage von Fr. 1'343.15 geht an den Veteranenbund über.

Diese Änderungen der entgegengenommenen Anträge und die neu gefassten Beschlüsse gelten gelten fast alle heute noch und wurden Gewohnheitsrecht.

Die Obmannschaft war stets der Tradition und der Kontinuität verpflichtet. So hat sie nie etwas am ursprünglichen Zweck geändert. In den vergangenen 36 Jahren haben nur 26 Kameraden 327 Mannjahre wertvolle Dienste in der Obmannschaft geleistet.

Die Obmannschaft machte insgesamt etwas mehr als 2'000 Geburtstagsbesuche, verschickte weit über 3'000 Glückwunschkarten und spendete dem TVT seit dem Jahre 1975  55'325.-- Franken.

Seit der Gründung hat der Veteranenbund 178 Kameraden verloren. Als erster starb Louis Sommer am 19. September 1972 und als letzter Willy Jost am 9. Oktober 2007.

Der Begriff "Bund" ist heute kaum mehr gebräuchlich. Er bedeutet aber mehr als Verein oder Vereinigung. Bund meint "das Bindende", "das Band, das uns verbindet", das soll weiterhin so sein und darauf sind wir stolz!

Ernst Grütter