01/01/70

Bergwanderung Lötschentaler Höhenweg Lauchernalp - Fafleralp

Reiseleiter Peter Kämpf hatte die Besammlungszeit in der Bahnhofhalle Thun auf 06.45 Uhr angesetzt. 24 Veteranen begrüssten sich rechtzeitig zum Start ins Wallis. Nicht verwunderlich, das Lötschental wird viel gelobt und seit einigen Tagen sagten die Meteorologen für diesen Dienstag schönes Wetter voraus. Aus dem Zug, dem "Lötschberger", sahen wir vor Spiez einige Nebelschwaden im Gebiet von Sigriswil - Beatenberg und hoch oben zierten Föhnwolken den blauen Morgenhimmel. In Spiez stiess noch Walter Straubhaar zur Gruppe. Im Kandertal leuchteten die Spitzen der Niesenkette im Sonnenlicht, die andere Talseite lag noch tief im Schatten. Noch durch den Tunnel, schon verliessen wir die Eisenbahn in Goppenstein. Bequem erreichten wir im Postauto Wiler im Lötschental. Mühelos trug uns die Luftseilbahn auf die Lauchernalp, 1969 m Höhe. Grossartig die prächtige Rundsicht auf der Terrasse der Bergstation, dazu ein Kaffe mit Gipfeli vor dem Aufbruch zu unserem heutigen Ziel - der "Fafleralp". Nach einer Stunde gehen wir an den kleinen Häusern des Wilers Weritzalp, 2099 m vorbei. Auf der andern Talseite bildet das Bietschhorn eine imposante Berglandschaft. Ca. nach 10 Minuten gönnen wir uns an der warmen Sonne einen kurzen Halt. Durch violett gefärbte Wiesen und durch den Föhrenwald führt der Weg auf die Tellialp, 1865 m. Zwei Kameraden haben Erbarmen mit der auf Gäste wartenden Wirtin und trinken etwas. Unter dem stahlblauen Himmel, gelangen wir bei Sommertemperatur zum Schwarzsee, 1860 m. Auf seiner seidenglatten Wasseroberfläche spiegelt sich die Landschaft. Sogar kleine Fische lassen sich im tiefblauen Bergseeli blicken. Wahrlich der rechte Ort für die zweite Znünipause. "Chömet dir Bube, es git Chuche", so mahnte unser Obmann Ueli Jenni zum Aufbruch. Grosskraftwerke sind uns im Wallis bekannt. Das Zeitalter der Kleinkraftwerke hat bereits begonnen. Daher die Baumaschine kurz vor der Fafleralp. Kraftwerk Fafleralp heisst die Baustelle. Inzwischen ist das Ziel Fafleralp 1787 m erreicht. Der lange Tisch im Hotel ist gedeckt. Flaschen mit dem erfrischenden "Faflerwasser" und die Menuekarten springen sofort ins Auge. Wir lesen: Flädlisuppe - Schweinscordon-bleu, Kräuterkartoffen, Vichy-Karotten, Eisbecher "Belle- Helene". Gut gelaunt geniessen wir die Umgebung des Hotels an der Mittagssonne bis uns ein kurzer Marsch zum Parkplatz der Fafleralp bringt. Wie gewohnt die Gruppenfoto. Und schon beginnt die Heimreise. Kurz vor dem Aussteigen tönte es aus dem Lautsprecher des Postautos: "Wir sind in Goppenstein, alles aussteigen, nichts vergessen, unsere Lager sind voll"!
Ein fantastischer Tagesausflug endet im Bahnhof Thun. Peter, vielen Dank!

Erich Tschabold    

Fotos von Godi Streit