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Besichtigungen: MeteoSchweiz und Schloss Heidegg, 11. Mai 2011
Nicht ganz wie zeitlich geplant, führte Erich Meister die 32 Veteranen des TVT sicher mit seinem Car an die Krähbühlstrasse in Zürich zu MetoSchweiz. Für ein Kaffee mit Gipfeli reichte es in der Kantine der „Wettermacher“ vor der Begrüssung dennoch. Dass MeteoSchweiz und SF Meteo nicht das selbe sind, erfuhren wir während der Begrüssung durch die Herren Peter S. Meyer und Andreas Asch. Am Handy von Reiseleiter Peter Kämpf meldete sich ein TVT Veteran, der im SRF Studio Zürich Leutschenbach keine Turnkameraden fand. „Neben MeteoSchweiz, SF Meteo gibt es noch weitere private Anbieter von Wetterdaten“, erklärte Herr Meier. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, kurz die MeteoSchweiz, erfüllt als nationaler Wetterdienst meteorologische und klimatologische Aufgaben zum Nutzen von Bevölkerung, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen. Es gehört zum Eidgenössischen Departement des Innern. Hauptsitz ist Zürich am noblen Zürichberg. Die drei Regionalzentren sind in Zürich, Genf und Locarno. Payerne ist das Zentrum für meteorologische Messtechnik. Die Ozonmessungen in Arosa sowie die Flugwetterdienste an den Flughäfen Zürich und Genf liefern die Wetter- und Klimainformationen für die breite Kundschaft. Daten von Bodenmessstationen, Wetterradars, Satelliten, Radiosonden und andere Fernerkundungsinstrumente bilden mit Computermodellen die Grundlagen zur Wetterhervorsage. Die MeteoSchweiz ist die offizielle Vertreterin der Schweiz in der Weltorganisation für Meteorologie in Genf und anderen internationalen Organisationen.
Wie Herr Meyer erzählte, spielte schon beim Burgunderkrieg, Schlacht bei Murten, 22. Juni 1476, das Wetter eine wichtige Rolle. „Seit zwei Tagen war es kalt, regnete es in Strömen. Die durchnässten Truppen von Karl des Kühnen erwarteten einen Angriff. Sie glaubten am 21. Juni der schlechten Sicht wegen, die Gegner seien noch nicht vollzählig. So ordnete Karl für die Kämpfer am 22. einen Ruhetag an. Nicht so die Eidgenossen, sie beschlossen am 21. Juni die Schlacht am 22. zu beginnen. Regnete es am Morgen noch, so schien mit dem Angriff am Mittag die Sonne. Siegreich für die Eidgenossen verlief die Schlacht.
Einige Eckdaten der MeteoSchweiz:
1823 Die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft (SNG) stellt mit 12 Stationen ein Beobachtungsnetz auf. Kein Erfolg.
1850 Gründung erster kantonaler Wetterstationen
1879 Beginn der Herausgabe von täglichen Wetterprognosen
1880 Gründung der Meteorologischen Zentralanstalt (MZA)
1881 Start des automatischen Messnetzes mit 60 Messstationen (ANETZ)
2000 Neue Rechtsgrundlagen ersetzen das alte Gesetz aus dem Jahr 1901.
Im Rundgang durch das Gebäude fiel der Raum mit den vielen Wetterkarten auf. Dieser Raum ist 24 h im Tag während 365 Tagen besetzt. Um sich ein Bild über die aktuelle Wettersituation zu machen, zeichnen Meteorologen in diesem Büro bei Arbeitsbeginn die Isobaren des Wetters von Hand auf die Karte. Die folgenden Karten erstellt ein EDV- Drucker. N.B Das angekündigte Tief trat auch ein. Während wir auf der Dachterasse einen prächtigen Rundblick über den Zürichsee genossen, gönnten sich die Mitarbeiter ihr Mittagessen. Im Garten stehen verschiedene meteorologische Messinstrumente.
Ein interessanter Film „24 Stunden MeteoSchweiz“ kann im Internet betrachtet werden: www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/meteoschweiz/dokumentation/imagefilm.html
Kurz nach der Abfahrt zum nächsten Etappenort, Meisterschwanden, fragte Fritz Mischler vor der zweiten roten Ampel: „Wie viele rote Ampeln sind es wohl bis zur Stadtausfahrt“? Knapp 20 zählte der Schreiber. Am Halwylersee im Seehotel Delphin stillten Salat, firttierte Fische, Kartoffeln unseren Hunger. Die verspeisten Filets kamen aus der hauseigenen Fischzuchtanlage,
Gut gesättigt ging´s weiter durchs Seetal zum Schloss Heidegg. Es thront wie im Märchenbuch auf dem Hügelzug über dem Baldeggersee. Erbaut wurde die steinere Burg mit fast 4,5m dicken Wänden im späten 12. Jahrhundert. Bis 1422 lebten die Herren von Heidegg hier, dann ging das Schloss mit den Herrschaften über an die Erbtöchter von bernischen Familien und an die luzernische Patrizier. 1700 erwarb der Staat Luzern das Schloss als Vorposten im Freiamt. Der Sonderbundskrieg brachte Luzern Niederlage und hohe Schulden. Ein Gelfinger Bauer erwarb es 1847. Der Turm verlotterte stark. Das vermögende luzernisch-amerikanische Paar Louis und Caroline Pfyffer von Heidegg-Slidell kaufte das Schloss 1875, versah es mit burgenähnlichen Zutaten, legte einen Schlosspark an und 1912 wurde der Schlossturm wieder bewohnbar. 1950 schenkten die letzten Nachfahren, die kinderlosen Witwen Mathilde von Glutz und Marie-Louise de Chambrier, das Schloss dem Kanton Luzern. Nun wurde es auch öffentlich zugänglich. Mit dem Schweizerischen Jagdmuseum hat es überregionale Bedeutung. Auf Anregung des deutschen Bundeskanzlers Konrad Andenauer entstanden ein Rosengarten und der Burghügel wurde mit Reben bepflanzt. Seit der Renovation 1995 bis 1998 ist die Schlossanlage vielseitig für Tagungen, kulturelle und gastronomische Events benützbar. Die Schlosskapelle aus dem 17. Jahrhundert, der Barocke Festsaal mit Deckenstruktur und Bildergalerie der Pfyffer und von Heidegg. Ein Dolder-Ofen, holländische Landschaften und Stillleben schmücken den kleinen Saal. Wir verabschiedeten uns vom „Burgführer“ Urs Weckemann und liessen uns von Erich Meister sicher nach Thun fahren.
Einmal mehr hat uns Peter Kämpf einen interessanten Tag organisiert. Vielen Dank.
Erich Tschabold
