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Chästeilet Justistal

Am 23.September 2011 fand im Justistal bei schönstem Wetter der Chästeilet statt. Unter den zahlreichen Besuchern befanden sich auch 16 Veteranen des TV Thun, welche ins Justistal kamen, um dem alten Brauch des Teilens des Käses, zuzuschauen. Bevor jeweils gegen Mittag die ca. 35 Tonnen Käse aus den Spychern geholt werden, findet auf der Alp ein fröhliches Fest statt. Nach dem Chästeilet begann der Alpabzug. Wer nicht zu Fuss zurücklaufen wollte, fuhr mit dem Bus nach Sigriswil zurück. So auch einige Veteranen, die in der Festhütte in Sigriswil, vor der Heimfahrt nach Thun, noch ein (??) Bier getrunken haben.

Peter Kämpf

Altbewährtes System


Das Teilen des Käses am Chästeilet erfolgt nach einem ausgeklügelten und alt-

bewährten System. Ein Saum besteht aus 200 Kilo Milch, vier Säume ergeben 800 Kilo Milch und sind gleichzeitig ein Los Käse. Ein Los ist eine Käsebeige aus

sieben bis acht Laiben, die ungefähr 70 Kilo wiegt. Von jeder Kuh wird notiert, wie viel Milch sie während des Alpsommers gegeben hat. So kann berechnet werden, wie viel Käse den einzelnen Besitzern der Bergrechte zusteht.

Wer ein Bergrecht im Justistal besitzt hat das Recht, eine Kuh im Tal zu sömmern. Die Bergrechte sind häufig seit Generationen in Familienbesitz und werden weitervererbt. Jeder Bergrechtbesitzer verpflichtet sich, fünf sogenannte Tagwerke von sieben Stunden auf der Alp zu leisten. Mit diesen Arbeitseinsätzen werden die Sennen entlastet. Die Alpen werden je nach Grösse von zwei bis drei Sennen bewirtschaftet und genossenschaftlich von der Berggemeinde mit Präsidenten und einem Bergvogt verwaltet.

Aus dem Thuner Tagblatt vom 24. September 2011, mit der freundlichen Genehmigung von Therese Krähenbühl.

Fotos von Marino Monti