01/01/70

Militärflugplatz Payerne, 24. August 2010

Rekordverdächtig viele Veteranen stiegen um 08.30 Uhr in den „Meistercar“. 34 Teilnehmer hatte Reiseleiter Peter Kämpf auf der Anmeldeliste. Über Bern- Murten führte uns Herr Ammeter nach Payerne zum Militärflugplatz. Begrüsst wurden wir von Hptm. Bernhard Locher im Gebäude, wo einst Hans Stettler viele Stunden seiner RS verbrachte. Als Pilot der Fliegerstaffel 18 (FA/18) und Fluglehrer wusste der in Thun, als Nachbar von Peter Kämpf, aufgewachsene Redner viel über Payerne und die Miltäraviatik zu berichten.

Der Flugplatz Payerne mit der fast 3 km langen Piste 23 gilt als Militärflugplatz mit teilweise gemischtem Betrieb. Die Zahl 23 gibt die Pistenrichtung von 230 Grad an. Zum Zivielbereich zählen: Das Bundesamt für Flugunfallverhütung, die Basis für das Projekt Solarimpuls von Bertrand Piccard, den Empfang von Staatsgästen, den Verkehr von bewilligten Geschäftsflugzeugen. Auf einer Folie erläuterte der Gastgeber die Gebäude des Areals: Den Kontrollturm, Simulatorengebäude vom  F18, die  Flugzeughallen der Propellerflugzeuge  und Helikopter, die Hauptboxen der F18. Jede F18 hat seine „Garage“. „Das ist die perfekte Schweizerlösung. In den USA stehen Flugzeuge auf einer Betonfläche im Freien. Unsere zehnjährigen Flugzeuge sehen aus wie neu“, meinte Herr Locher. In der topsauberen Reparaturhalle mit einem Parkettboden, der aussieht als wäre er aus Mahagoniholz, werden die Flieger bis in die kleinsten Teile zerlegt und wieder zusammengebaut.

Über das Aufgabengebiet seien erwähnt: Wahrung der Lufthoheit, der Schutz des Luftraumes bei Tag und Nacht, die Luftpolizei verzeichnete 2007 298 Einsätze, Lufttransporte, Beschaffung und Auswertung von Nachrichten, bei Katastrophen werden zivile Behörden unterstützt. Was die Aufgaben in Zukunft sein werden, entscheiden die Politiker. Die Schweiz ist klein. Ein F 18 benötigt bei maximaler Geschwindigkeit für die Distanzen Chiasso- Basel 8 und Genf- Romanshorn 12 Minuten.

Eindrücklich ist der Arbeitsplatz des Jetpiloten. Im modernen Cockpit sind alle Knöpfe so angeordnet, dass sie auch bei G-Beschleunigung gut erreichbar sind. Was fehlt ist der Kaffeeservice der Zivilflugzeuge. Der Head-up-Display ist eine zweite Glasscheibe vor dem Piloten, auf der die wichtigen Informationen in sein Sichtfeld projiziert werden. Im Helmvisier erscheinen dem Piloten die Flugdaten und Waffenparameter vor dem rechten Auge. Vom Helmvisier aus können die unter dem Flügel montierten Lenkwaffen direkt ausgelenkt werden. Sind die Flugzeuge aufmunitioniert, so ist die Munition nicht scharf. Einzig beim WEF in Davos wird mit scharfer Munition geflogen. Die Schweiz ist praktisch mit Luftstrassen überdeckt. Die Ausnahme bildet das Berner Oberland. Hier haben die Piloten ihr Übungsfeld. „Warum sieht man trotzdem über Thun grosse Zivilflugzeuge?“ fragte ein Turnveteran. „Sobald der Luftraum Oberland freigegeben wird, benutzt ihn die Zivilluftfahrt. Sie sucht die kürzesten Strecken aus“, antwortete Pilot Kocher.Den Blick der Veteranen in das Cockpit des Tigers und F18 und die obligate Gruppenfoto durch Rinaldo Sommerschlossen den interessanten Besuch ab.

Weiter reisten wir nach Portalban zum Mittagessen ins Restaurant „Le Bateau“. Das Restaurant heisst nicht nur „Le Bateau“, es ist ein alter Raddampfer, der aufs Trockene gelegt wurde. Die Rückfahrt führte uns durch die prächtige Stadt Freiburg nach Thun.

Erich Tschabold 

Die folgenden Bilder schoss Rinaldo Sommer. Auf dem Flugplatz durfte leider nicht fotografiert werden!