01/01/70

Wanderung Rund um den Gelmersee

Ein prächtiger Spätsommertag und eine gewohnt gute Organisation von Peter Kämpf bildeten den Rahmen zu einem eindrücklichen Tag im Grimselgebiet. Auf dem Programm stand die Wanderung "Rund um den Gelmersee".

Fünfzehn der sechzehn angemeldeten Veteranen begrüsste unser Reiseführer im Bahnhof. Warum nur fünzehn? Der Schreibende kam zu spät auf's Perron, konnte die verriegelte Türe des ICE-Zug nicht öffnen und traf erst in Meiringen die Veteranengruppe.

Um sieben Uhr fühlten wir in Thun die aufsteigende Sonne, eine Stunde später in Meiringen merkten wir von ihr noch nichts. Es war kühl. So zogen einige auf dem Weg zur Meiringen - Innertkirchenbahn ihre Jacke an.

Die Schmalspurbahn führte uns nach Innertkirchen. Die Weiterfahrt zum Parkplatz des Hotels Handeck genossen wir im bequemen Reisebus der KWO (Kraftwerke Oberhasli AG).

Der kurze Anmarsch zur Talstation der Gelmerbahn war ungewöhnlich. Nach einem kleinen Anstieg hinter dem Hotel Handeck überquerten wir auf der neuen Hängeseilbrücke in 70 m Höhe die Schlucht des Handeckfalls.

Seit der Frühlingswanderung im Engstligental haben die TVT Veteranen kein Problem mit dem Überschreiten von Hängebrücken. Ohne Mühe können Touristen seit 2001 den Stausee Gelmersee mit der Gelmerbahn erreichen. Diese Standseilbahn gilt mit 106% Steigung als die steilste der Welt. Sie nahm 1926 ihren Betrieb zum Bau der Gelmerstaumauer und der Wasserzuleitung zum Kraftwerk Handeck auf. Zehn Minuten dauerte die Fahrt im 24-plätzigen Wagen von der schattig kühlen Talstation zur besonnten Bergstation.

Mit wärmenden Strahlen am Rücken warteten wir bis der Rest der Gruppe im folgendem Wagen ankam. Doch unser Obmann Ueli Jenni mochte nicht warten. Mit der Fischrute im Rucksack verschwand er Richtung Einfluss des Diechterbaches in den Gelmersees.

Grossartig ist die Gebirgswelt im Gebiet des Stausees. Ein Blick auf die linke Seite des Haslitals zeigt die von der Sonne beleuchteten Berge. Auf dem Weg zur Seeumwanderung lassen wir die Staumauer rechts von uns liegen. Auf dem schmalen Fussweg steigen links die steilen Felsplatten zu den Gelmerhörner, rechts tief unten spiegelt das Blau des Sees (1870 m ü M).

Angst ist nicht nötig, mit Stahlseilen ist der Weg gesichert. Das Gelände wird offen, in der Höhe erkennen wir die Gelmerhütte, unten an der Bachmündung. "Ueli der Fischer": "Ein Fisch hat angebissen, doch ich liess in wieder ins Nass", erzählte er mir später.

Nach einer Verpflegungspause am Scheitelpunkt der Wanderung beeindruckten grosse Felsbrocken und der am Fels anbetonierte Weg. Auch auf diesem Wegabschnitt geben die Stahlseile Sicherheit. Nach den felsigen Wegstücken wird's bis zur Staumauer wieder offener.

Wir überqueren die 370 m lange Krone der Staumauer und erreichen die Bergstation der Drahtseilbahn. Die Talfahrt mit 106% hat's in sich. Vor der Abfahrt wird man im Sitz wie bei einer Achterbahn eingeklemmt. Nicht so schnell wie auf dem Budenplatz geht's hinunter, dafür ist die Aussicht auf die Berge und ins Tal grossartig.

Das Mittagessen liessen wir uns im Hotel Handeck servieren. Einige genossen vor der Abfahrt einen Mittagsschlaf, andere spazierten durch den Wald der Widmannshöhe Richtung Säumerstein.

Schon nach wenigen Schritten lag unser Dessert am Wegrand. Mit Herrlich süssen Heidelbeeren füllten wir unsere Mäuler. Schade - uns fehlte der Rahm.

Das Postauto brachte eine vergnügte Thunergruppe nach Meiringen zum Bahnhof.

Mit diesem Wandertag sind wir um eine Erinnerung reicher. Vielen Dank Peter.

Erich Tschabold

Die 24 eindrücklichen Fotos unten knipste in verdankenswerter Weise Kollege Gody Streit.