01/01/70
Jubiläums-OL des TVT - 40. Orientierungslauf des TVT
15 Jahre organisiert durch Familie Zahnd
Anlässlich dieses Jubiläums-Orientierungslaufs lassen wir einige Läufer und Läuferinnen sowie Organisatoren und Helfer zu Wort kommen.
Hansruedi Zahnd organisierte den OL fast im Alleingang und berichtete mir Folgendes:
"Orientierungslaufen betreibe ich mit Freude und ich organisiere den Lauf für den TVT gerne. Heute Morgen bin ich seit 06:30 Uhr unterwegs. Dank dem Helferteam musste ich mit Richard nur noch einige Flaggen und SI-Einheiten platzieren.
In der Vorbereitung war der Aufwand ziemlich gross. Zuerst wurden die Bahnen auf der Karte nach Streckenlänge und Schwierigkeitsgrad festgelegt. Je zerstückelter, wie hier, der Wald, desto schwieriger ist es, entsprechende Posten zu setzen. Für diesen OL habe ich die Postenstandorte im Wald vormarkiert und Silvio hat sie dann kontrolliert. Sieht z.B. ein Standort auf der Karte gut aus, im Wald aber nicht, wird in der Nähe ein neuer gesucht. Mit meiner Tochter, dem Schwiegersohn und Gabi, hatten wir dann in ca. 2 Stunden die Ständer und Flaggen gesetzt.
Heute Morgen passierte es mir, dass Kälber auf der Weide vor mir flüchteten, was mir sehr leid tat. Der Bauer musste sie wieder einfangen.
Nachdem ich mit meiner Familie den Lauf seit 15 Jahren organisiert habe, würde ich mein Amt gerne abgeben, sobald sich jemand anbietet. Ideal wäre jemand, der mit der OLG und dem TVT verbunden und natürlich jünger ist als ich."
Als Starter amtet Silvio Zahnd. Der Startplatz bietet eine wunderschöne Aussicht ins Emmental und das Thunerseebecken. Silvio erklärt: "Mein Vater hat diesen Platz ausgesucht. Ich habe kontrolliert, ob die Bahnen den Schwierigkeitsgraden entsprechen und ob sie im Wald richtig gesetzt wurden. Heute Morgen habe ich selbst noch einige Posten gesetzt. OL laufe ich schon ca. 10 Jahre. Als Familienvater kann ich aus Zeitgründen nicht mehr als 10 Rennen pro Jahr laufen. Trainiert wird aber öfters. Da ich mich hier im Wald mit den Bahnen auskenne und mir die Posten bekannt sind, laufe ich der Fairness halber nicht."
Zwischenzeitlich hat wieder leichter Regen eingesetzt und die ersten Läufer sind aus dem Wald zurück.
Pierre Friedli ist mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden. "12 Min zwischen Posten 1 und 2 ist zu viel" sagt er mir. "Ich ging einige Schritte zu wenig weit und sah die Flagge hinter dem Holzstapel nicht. So lief ich wieder zurück und fand nach Suchen mit beschlagenen Brillengläsern endlich den Posten 2. Es ist aber eindeutig mein Fehler." Weiter bemerkt er: "Die Arbeit von Hansruedi ist gewaltig, wie er sich Jahr für Jahr mit seiner Familie für diesen Lauf einsetzt. Ich bin mit der Bahnlegung mehr als zufrieden und komme nächstes Jahr wieder." ./.
Der Regen machte auch Sandro Meier und Urs Binggeli nichts aus. Die zwei mussten aber disqualifiziert werden, weil die Posten nicht in der richtigen Folge angelaufen wurden. Beide sind Gelegenheitsläufer und rühmten die Masters-Strecke. Die Bahn mit dem zweithöchsten Schwierigkeitsgrad ist anspruchsvoll und fordert volle Aufmerksamkeit, damit der richtige Posten mit der entsprechenden Kontrollnummer angelaufen wird.
Beim Zieleinlauf fragte ich Richard Manz, wie viele Läufer oder Gruppen schon das Ziel erreicht haben? Er meinte ca. 20, und das trotz regnerischem Wetter viele OL-Begeisterte gekommen sind. Wie man sieht, begeben sich noch viele zum Start hinauf, da man bis 12:00 Uhr starten kann. Heute früh hat Richard noch Hansruedi beim Anbringen der SI-Geräte begleitet.
Jürg Beyeler, der seit Jahren für die Signalisation vom Parkplatz/Bahnstation zum Besammlungsort verantwortlich zeichnet, leistete ausgezeichnete Arbeit. Alle, die mit Zug oder Auto anreisten, fanden dank seiner Jalonierung schnell zum Besammlungsplatz. In seiner Bescheidenheit meinte er zum Schluss, dass über seinen Einsatz nichts geschrieben werden muss.
Für die Zeitmessung hat Rolf Brühwiler die Büro-Infrastruktur der OLG Thun, zwei Computer, Drucker und die nötigen Peripheriegeräte, mitgebracht. Heute ist er als Aushilfe für Stephan Züger unterwegs. Er erklärt mir den Ablauf von der Anmeldung bis zur Rangierung. Wegen einer Software-Störung können heute die Ranglisten nicht ausgedruckt werden. Dies hat aber keinen Einfluss auf die Zeitmessung. Die vollständige Rangliste ist ja später im Internet abrufbar.
In der Organisation tätig ist auch Mario Genna. Er erklärt mir seine Aufgaben bezüglich dieses OL: "Ich bin froh, dass ich am heutigen Tag nur noch aushilfsweise eingesetzt werde. Anfangs Jahr musste ich das Datum koordinieren. Zudem musste ich die Waldabteilung des Kantons orientieren, dass wir heute diesen OL durchführen wollen und das Einverständnis des Wildhüters einholen, damit es keine Probleme mit der Jagd gibt. Auch habe ich die Ausschreibung für diesen Lauf gemacht. Gleichzeitig mache ich die Leute auf den nächsten Lauf, den Stadtlauf am 20. November, aufmerksam. Es gibt immer Arbeit, auch wenn ich den Eindruck habe, für diesen Lauf müsse ich nicht viel tun. Beim TVT-OL hat ein eingespieltes Team die Posten gesetzt was mir erlaubt, selbst zu starten. Ich war vorher nicht im Wald und kenne die Bahnen nicht.
Obschon ich die Posten gut angelaufen habe, verfing ich mich hie und da im "grünen" Bereich. Normalerweise bevorzuge ich Wege, was sich in diesem Wald auszahlt. Ich schaue die Karte gut an und meide Gelände, wo man die Beine sehr hoch anheben muss, um durchzukommen.
Den Kinder-OL organisierte Barbara Neuenschwander. Sie erklärt mir:
"Orienthun wurde durch Res Wenger und Mario Genna ins Leben gerufen. Hier ist es wichtig, dass auch etwas für die Kleinen und die Familien angeboten wird. Ich koordiniere diesen Bilder-OL, der pro Jahr etwa achtmal in der Umgebung von Thun durchgeführt wird, das erste Mal. Es hat aber viele Helferinnen im ./.
Hintergrund, welche auch bei der Betreuung der Kinder mitmachen. Res hat eine riesige Auswahl von Bildern, auf welche wir zugreifen können. So wechseln wir
die Thematik und passen die Bilder der Jahreszeit an - so wie heute mit dem Thema "Herbst". Es gibt immer wieder Familien, welche ihr OL-Debut bei Orienthun geben, weil es für den Einstieg ein idealer Anlass ist. Wenn es um die Laufzeit geht, sind die Kleinen kaum zu bremsen und rennen die Strecke gleich mehrmals, um den Rekord zu verbessern. Als Belohnung gibt es ja noch etwas zu trinken und ein "Güetzi", organisiert von Madlen und Mario.
Es ist auch unterhaltsam, den Gesprächen der Jüngsten beim Start zuzuhören:
"- da unten musst du knipsen - ja, zuerst das Eichhörnchen und dann den Pilz - du musst nur mit der Zange, da der Piepser nicht geht - Tamira zeigt euch den Anfang - schade, geht die Zeitmessung heute nicht -"
- Elin kommt soeben vom schwierigsten Lauf zurück und erklärt: "Ja, es gibt einen leichten, der Reihe nach - dann einen mit Zickzack und den schwierigsten mit ufest Zickzack."
Gegen Mittag dringt langsam die Sonne durch und vereinzelt sind blaue Aufhellungen an Himmel zu sehen. Gegen den Start hinauf nehmen Hornusser eine gemähte Wiese in Beschlag. So treffen sich zwei Nischensportarten bei zunehmend sonnigem Wetter in Jaberg.
Am Schluss übergab Hansruedi an Richard Manz ein Geburtstagsgeschenk und wir Anwesenden stimmten mit "Happy Birthday" ins Geburtstagslied ein. Herzliche Gratulation zum 67sten und grossen Dank an Hansruedi mit seiner Familie und an alle seine Helfer für die tadellose Organisation und Durchführung dieses Jubiläums-OL des TVT.
Aufgezeichnet: Peter Binggeli
