01/01/70
Lehrreicher und kulinarischer Vorstandsbummel – einmal anders - am Samstag, 3. Juli 2010
Unser allseits geschätzter Präsident Beat Zeller lud seine Kollegen und Kolleginnen mit offiziellem oder inoffiziellem Anhang wie gewohnt zum jährlich stattfindenden fröhlichen und ereignisreichen Vorstandsbummel ein.
Diese Vorstandsbummel sind als Dank und „Lohn“ für die grosse und freiwillige Arbeit und Führung in den verschiedenen Riegen des Vereins gedacht. Alle Vorstandsmitglieder leisten das ganze Jahr durch Beachtliches – ohne das der Turnverein Thun gar nicht bestehen könnte. Etwaiger Neid oder Missgunst sind deshalb unangebracht…!
Insgesamt 16 gutgelaunte Kollegen und Kolleginnen folgten dieser Einladung – gespannt darauf, was diesmal so anders sein soll als bei den früheren Vorstandsbummeln, wie hie und da gemunkelt wurde.
Bergschuhe, Seil und Pickel waren nicht vorgeschrieben, vielmehr sportliche und leichte Kleidung. So kamen denn auch alle daher: Kurze- oder Dreiviertel-Hosen, Sandalen oder Turnschuhe, einfache légère Sommertenüs – dem tollen Wetterbericht entsprechend! Und somit wäre diese Bekleidung völlig ungeeignet für einen Stadttheaterbesuch!
Empfangen wurden wir im Bahnhof Thun vor dem Welcome-Center von der sympathischen und versierten Stadthostess Ursula Flück von Thun Tourismus.
Bereits auf dem Bahnhofplatz wusste sie Interessantes und Wissenswertes vom alten Thun zu erzählen. Im Laufe der nächsten vier Stunden erfuhren wir beim gemütlichen Rundgang mit mehreren willkommenen Unterbrechungen bei bekannten Thuner Restaurants sehr viel Neues vom alten Thun und der damaligen Besucher und Besucherinnen aus aller Welt.
Der erste Halt wurde an der Holzbrücke bei der oberen Schleuse eingelegt. In Sichtweite der früher berühmten Hotels Beau-Rivage, Bellevue und Thunerhof und dem alten Kursaal – dem legendären „Loubsägelikasten“, wo dazumal täglich Tanz und Unterhaltung mit grossen Orchestern durchgeführt wurden.
„Vor allem waren diese geschätzten Hotels bei den Engländern sehr hoch im Kurs und auch sehr gut frequentiert“ erzählte Frau Flück charmant von den damaligen Gepflogenheiten der internationalen Klientel.
Nach dem Bummel über die uralte Holzbrücke und dem viel begangenen Quai entlang waren für uns beim Restaurant „Bateau au Vapeur“ – besser bekannt als „Restaurant Dampfschiff“ – Plätze im zum Glück schattigen Vorplatz reserviert.
Auch hier wusste Ursula Flück viel über die Geschichte dieses Hauses zu erzählen, während wir uns bei einem köstlichen und exklusiv zusammen-gesetzten Apéritiv und einem Glas herrlichen Weisswein vom Thuner Winzer Peter Gerber erfreuten.
Weiter ging die „Reise“ durch den Thunerhofgarten, wo Ursula Flück Wissenswertes und Interessantes über das Kunstmuseum Thun erzählte. Leider haben dieses sehr bekannte Museum die meisten Einheimischen noch nie besucht…!
Über die Freienhofbrücke erreichten wir das gleichnamige Restaurant, wo direkt an der Aare für uns ein grosser Tisch festlich gedeckt war. Die köstliche Vorspeise umfasste pochiertes Thunersee-Felchenfilet, serviert mit kleinem Gemüse und garniert mit einer Reistimbale. Ein Glas Oberhofner Rotwein rundete die Vorspeise ab, während wir aufmerksam der Geschichte des Hotel Freienhof und die Entwicklung der mittelalterlichen Stadt Thun lauschten. Wie die Gastronomie damals aussah, wusste die hübsche Hostess so geschickt zu erzählen, als wäre sie damals dabei gewesen…!
Weiter ging es am längsten Boulevard-Restaurant Thuns - der „Sinnebrücke“ entlang. Deren Tische waren alle mit essenden, trinkenden und fröhlich plaudernden Gästen und Gästinnen besetzt. (wegen den eventuellen Frauenrechtlerinnen!)
Über die untere Holzbrücke und den wie immer stark frequentierten Mühleplatz bummelte unser Vorstandsvölklein dem nächsten Ziel entgegen, denn hier hätte unsere bunte Clique definitiv und keinesfalls Platz gefunden, herrschte doch zur Freude der vielen konkurrenzierenden Mühleplatzbeizern ein echtes Gedränge an und um die Tische!
Da wir aber an diesem Tag keine gewöhnlichen Gäste waren und ausnahmsweise nicht auf Thuns beliebtestem “In-Platz“ Platz nehmen wollten, führte uns die stets gut informierte Ursula Flück einige Lokale weiter, wo in der originellen und ebenso bekannten Vinothek am Aarequai der Boss Achille Iadeluca höchstpersönlich zusammen mit „tifigen“ Angestellten für die Fortsetzung unserer bisher genossenen, wunderbaren, kulinarischen Köstlichkeiten aus der Thunersee-Region sorgte.
In bequemen Ledersesseln und auf weniger bequemen Barhockern machten wir es uns gemütlich und warteten auf weitere gluschtige Dinger in flüssiger und halbflüssiger Form. Kredenzt wurde uns vom stets aufgestellten Chef Achille Iadeluca zuerst je nach Wunsch ein Glas herrlicher Prosecco oder süsser Moscato d’Asti, dazu wurden zwei Sorten köstliches Sorbet von „Gelati del Sole“ aus lokaler Produktion serviert.
Ursula Flück erzählte uns dazu erstaunliche Einzelheiten über dieses berühmte Gebäude, wo sogar Napoleon Bonaparte III. einige Zeit wohnte. Wir hatten anschliessend Gelegenheit, unter kundiger Führung das Haus vom Keller bis in den 3. Stock intensiv zu besichtigen. Besonders imponiert hat uns die wenig bekannte Terrasse mit prächtiger Sicht auf die Aare und die nähere und weitere Umgebung.
Alsdann ging es durch die leider oft verkannte Obere Hauptgasse und das renovierte ehemalige Mühleloch zurück über den Mühleplatz, wo sich unsere umtriebige und vorzüglich ausgebildete Führerin Frau Ursula Flück von uns mit grossem Applaus und einem Präsent von Oberjuhu Beat Zeller verabschiedete.
Unser nächstes und letztes Ziel war das bekannte Gourmet-Restaurant Krone – das heisst - dessen Aussenrestaurant „Krönli“, wo wir an reservierten Tischen unter schattenspendenden Riesenschirmen Platz fanden.
Begrüsst wurden wir vom allseits beliebten Chef Bruno Garizzoni persönlich. Aufgetischt wurde ein exzellentes Viergangmenü mit geschnetzeltem Kalbfleisch „Berner Art“ mit Speck und Champignons, knuspriger Butterrösti, einer Gemüseauswahl und als Dessert ein mit Rahm garniertes Caramelköpfli. Dazu wurde edler Wein aus dem grossen, gut dosierten Weinkeller serviert, selbstverständlich auch mit genügend „Alkoholfreiem“ in grosser Auswahl.
Beim obligatorischen „Kaffee avec“ gab es völlig unerwartet die grösste, nicht organisierte Überraschung in Form eines urplötzlichen Donnerknalls mit Seenachtfestallüren, dem ein weiteres Blitz- und Donnerwetter – begleitet von wahrhaften Sturmböen und heftig prasselndem Regen folgte!
In Kürze wurden mit Wucht leere und halbvolle Wein- und Biergläser vom Tisch geschmettert. Die vorher schattenspendenden Schirme erwiesen sich als Wasserfest – einige jedoch nicht als wetterfest, so dass sie der Wucht des Sturmes nachgaben.
Männiglich und weiblich flüchteten an trockene Gefilde, so dass der fröhliche Vorstandsausflug abrupt endete…!
Schön war es aber allemal! Herzlichen Dank Beat und Thun Tourismus – vertreten durch Ursula Flück – für den originellen und einmaligen Ausflug!
PS: Wer etwa „gluschtig“ gemacht wurde, kann diesen kulinarischen Stadtrundgang selber erleben, denn dies ist ein neues, attraktives Angebot von Thun Tourismus. (Tel. 033 225 90 03, www.thunersee.ch)
