01/01/70
Wo steht das Projekt TVT2012 – ist eine Umsetzung ab HV 2012 realistisch?
Die neue Organisation ist allen im Projektteam soweit klar, für die Umsetzung der Vorbereitungen bis zur HV bleibt uns ausreichend Zeit. Den Verein in den neuen, vereinfachten Bahnen laufen zu lassen macht aber nur Sinn, wenn ein kompletter Vorstand den Verein auf diesen Bahnen führt. Ob wir an der nächsten HV den Startschuss für die nächste TV-Ära geben können, hängt vom Erfolg der Suche nach dem neuen Vorstand, vorab einem neuen Präsidenten, ab.
Wie weit sind die Gespräche mit den neuen Vereinen fortgeschritten?
Die Baseballer (Hunters) sind an einem Anschluss an den TV Thun interessiert. Zum einen haben die Älteren unter ihnen damit den Anschluss zu einem breiteren Vereinsleben und zum anderen würde es im Rahmen des TVT einfacher zu Hallen und Trainingsplätzen zu kommen. Ihren Worten sind auch Taten gefolgt: Am TVT-Unihockey-Turnier haben sie gleich mit zwei Mannschaften teilgenommen – und gewonnen!
Die Zukunft für den Vereins Stadtlauf ist für die nächsten zwei Jahre gesichert. Langfristig wäre es jedoch sinnvoll dieses Team in einen grossen Verein einbetten zu können. Der Beitritt zum TVT ist eine attraktive Option, Voraussetzung ist jedoch, dass in der Führung des TVT klare Verhältnisse herrschen.
Zu weiteren Vereinen bestehen gute Kontakte, wobei Beitritte zum TVT erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Diskussion stehen könnten.
Was ist neu am neuen Turnverein Thun
Alle bisherigen Aktivitäten bleiben erhalten, niemand verliert etwas. Die Neuorganisation soll vieles vereinfachen und das Starten von neuen Aktivitäten ermöglichen. Um klare Verhältnisse zu schaffen werden alle Abteilungen formell zu Vereinen (wovon die Mitglieder eigentlich gar nichts merken). Der TVT selber bildet das Dach über diesen Vereinen und übernimmt möglichst viel administrative Tätigkeiten, damit sich die Abteilungen wirklich auf ihren Turnbetrieb konzentrieren können. Es ist vorgesehen für die kleineren Abteilungen (Turnen & Spielen, Rugby, etc.) und neuen Aktivitäten (wie z.B. JUGX) eine Abteilung „Polysport“ zu gründen. Sobald eine Polysport-Aktivität gross und kräftig genug ist, kann sie zur eigenständigen Abteilung werden.
Reicht die Infrastruktur aus?
Wir haben für die heutigen Aktivitäten genug Hallen. Allfällige neue Mitgliedsvereine haben bereits ihre eigenen Hallen. Aus heutiger Sicht ist kein Problem erkennbar.
Reichen die Finanzen aus?
Der TVT ist finanziell sehr gesund und soll es auch bleiben. Die Kosten für die Reorganisation bleiben in einem sehr kleinen Rahmen. Die möglichen Zuzüger (Baseballer, Stadtlauf) sind finanziell sehr solid und belasten den TVT nicht. Die Vereinsbeiträge an den TVT sind für alle Mitglieder gleich und werden den Aufwand decken können. Auf die Finanzen ist immer ein wachsames Auge zu halten, aber hier hat der TVT bestimmt kein Problem.
Wie können wir den Mitgliederbestand halten oder sogar ausbauen?
Natürlich könnte mit dem Zuzug der neuen Vereine der Mitgliederbestand auf einen Schlag erhöht werden. Im Zentrum muss jedoch der sorgfältige Auf- und Ausbau der Schüler und Junioren-Aktivitäten liegen. Die Abteilung Polysport soll auch als Gefäss zum Aufbauen von neuen Aktivitäten dienen. Das Wachstum des TVT durch den Anschluss von weiteren Vereinen wäre sicher interessant, muss aber in jedem Fall sehr sorgfältig geprüft werden. Es darf nicht soweit kommen, dass der TVT zum Patch-Work ohne inneren Zusammenhalt wird.
Wird es im TVT auch mehr Mädchen und Frauen geben?
Es gibt überhaupt keinen Grund, weshalb das nicht sein sollte. Das wird sich mit der Entwicklung in den Abteilungen zeigen, erste Ansätze sind bereits erkennbar. Niemand wird irgendwelche Frauenquoten fordern und selbstverständlich kann der Männerturnverein der Männerturnverein bleiben – alles andere wäre läppisch.
Der TVT würde so immer vielfältiger – was machen wir denn noch zusammen?
Die grossen Turnfeste dürfen in guter Erinnerung bleiben, sind jedoch kaum der richtige Ansatz um den zukünftigen Vereinszusammenhalt zu gewährleisten. Wer in den Vergangenen Jahren im TVT aktiv war, hat das „Gefühl der grossen Familie“ wohl beim Unihockey-Turnier oder beim OL Ende Oktober erlebt. In dieser Art ist einiges möglich, sei es mit dem Skitag oder einem grösseren Anlass im Sommer. Wenn nichts geschieht ist es nicht, weil man es nicht tun kann, sondern weil man es nicht tut.
Was geschieht nun konkret bis zur HV 2012?
Primär müssen wir den Vorstand zusammenstellen. Der andere Teil der Arbeit kann mit etwas Kreativität und viel Fleiss erledigt werden. Wenn wir bis am 15. November einen funktionierenden Vorstand in Aussicht haben, werden wir im Januar über den Thuner Turner und eventuell an einem Informationsanlass über alle Details der Reorganisation informieren. Schliesslich werden wir an der HV selbst nicht die Zeit haben, alles in aller Breite zu diskutieren. Die Information und Diskussion muss vorher geschehen, an der HV muss mit Überzeugung zugestimmt werden können.
Sollten wir am 15. November noch nicht soweit sein, wird das weitere Vorgehen mit dem aktuellen Vorstand abgesprochen. Voraussichtlich würde die Lancierung der neuen Struktur um ein halbes oder ein ganzes Jahr hinausgeschoben. Das wäre schade, aber nicht schlimm – wenn jetzt über Jahre der Verein so funktioniert hat, soll man nicht wegen einigen Monaten nervös werden. Das konstruktive Engagement im Projektteam und das Interesse am TVT auch von ausserhalb stimmt uns zuversichtlich – da hat der TVT seit 1839 schon deutlich schwierigere Zeiten überstanden!
